Hagelereignisse
Intensivbericht zur Hagelkatastrophe in VS
Am 28.06.2006 kam es zur schlimmsten Hagelkatastrophe in Deutschland seit München 1984. Betroffen waren vor allem die Städe Villingen-Schwenningen und Trossingen zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Folgend dazu ein persönlicher Erfahrungsbericht der Feuerwehr von Thomas Albert, Florian Fuchs-Steigerwald sowie Thomas und Heiko Hogg.
Ein persönlicher Erfahrungsbericht der Feuerwehr
Vier Jahre nach dem verheerenden Hagelsturm in Villingen-Schwenningen am 24. Juli 2002, folgte eine der bislang schlimmsten Hagelkatastrophen der letzten Jahre in Deutschland. Am 28. Juni 2006 zog eine gewaltige Superzelle über die Region Schwarwald-Baar-Heuberg hinweg. Hagelkörner von bis zu 12 cm im Durchmesser richteten einen enormen Schaden an. Vor allem die Städte Villingen-Schwenningen und Trossingen waren davon betroffen.
Mehr als nur ein Sommergewitter. Wenn Petrus für eine Großschadenslage sorgt. 10 Tage Ausnahmezustand für die Feuerwehrkräfte in Villingen-Schwenningen.
Es begann wie ein normaler Sommertag. In den Tagen vor dem 28. Juni 2006 sorgte ein Hoch für stabiles und sehr schönes Hochsommerwetter mit fast 30 Grad Celsius. Abends bauten sich dann die ersten lokalen Wärmegewitter auf und sorgten nur für wenig Abkühlung.
Doch an diesem Tage waren die feuchten Luftmassen äußerst instabil und die Gewitterwolken wuchsen förmlich wie Pilze in die Höhe. So begann die Geschichte des Unwetters - das in die Geschichte der Feuerwehr Villingen-Schwenningen einging - zunächst als lokale Gewitterzelle zwischen Villingen und St. Georgen.
Die Topografie des Schwarzwald-Baar-Kreises ist mit ihren Steilhängen am Schwarzwald und weitauslaufendem Land Richtung Osten mit flachem Höhenanstieg zur Alb ein idealer Nährboden für solche Gewitter. Durch Scherwinde und feucht einströmende Luft aus Frankreich entwickelte sich aus dieser Gewitterzelle eine so genannte Superzelle. Unter Superzellen versteht man in der Meteorologie Gewitterzellen, in der Auf- und Abwindbereich anfängt zu rotieren. Dadurch sind diese Superzellen sehr langlebig und in den Aufwindbereichen werden Regentropfen bis in die eisigen Bereiche der Wolken hoch getragen, vereisen dort und fallen wieder in den Aufwindbereich zurück. Dort setzen diese dann erneut Wasser an und treiben nach oben.Nach und nach entstehen so riesige Hagelkörner.
|