Hagelraketen
Jede Rakete beinhaltet etwa 15 mg Silberjodid, das durch eine Explosion in der Höhe freigesetzt wird, und somit bis zu einer Milliarden künstlicher Eiskeime in den Aufwindbereich einer Kumuluswolke oder Gewitterzelle injiziert wird.
12 Sekunden bis zur Explosion
Gezündet wird die Rakete durch einen elektrischen Strom, der meist von einer 12-24 V Batterie geliefert wird. Die Rakete wird in eine sogenannte Abschussrampe eingeführt und mit dem Stromkabel verbunden. Der Abstand zu Gebäuden, Wald und öffentlichen Straßen und Wege muss mindestens 50 Meter betragen. Vor Abschuss muss zudem die Umgebung und auch der Luftraum optisch nochmals überprüft werden. Innerhalb von 12 Sekunden erreicht die Rakete dann ihre Maximalhöhe und es kommt zur Explosion. Ein dumpfer Knall und ein kurzes Aufblitzen sind vom Boden aus zu vernehmen.
Alle Schützen werden geschult und müssen eine Art Abschlussprüfung hinterlegen. Jede Rakete ist zudem registriert und das Gesetz sieht es vor, Buch über die Aktivitäten zu schreiben. Auch der Lageplatz muss nach bestimmten Vorschriften ausgewählt sein.
Der Ostschweizer Hagelabwehrverband sieht es vor, die Raketen systematisch in die Gewitter zu schießen. Mit dem Vorankommen der Gewitter wird versucht, vor und in die Aufwindzonen zu zielen. Nur so kann das Netzwerk von Schützen gegen eine Gewitterfront ankommen, und die ausgewählte Region vor Hagelschlag bekämpfen. Je nach Gewitterlage kann es vorkommen, dass ein Schütze gleich mehrere Raketen hintereinander abfeuern muss.
Folgende Erkenntnisse konnte der Schweizer Verband in den letzten Jahren erzielen:
Ist ein Gewitter bereits stark aufgebaut, ist es am Rande des Einzugsgebietes schwierig, Hagel gänzlich zu verhindern. Bei frühzeitigem Beschuss in der Aufbauphase haben wir viele Beispiele, die den Effekt der Hagelabwehr zeigen.
Mehrere Beispiele zeigen, dass eine sehr schnelle Reaktion der Schützen enorm wichtig ist. Für eine Milizorganisation wird dies immer eine große Herausforderung bleiben.
Es gibt Gewitterverläufe, bei denen man sieht, dass sich Hagel in Zonen, in den nicht geschossen wurde (Gemeinden, die nicht dem Hagelverband beigetreten sind) wieder aufgebaut haben. "Dies bringt uns zur Überzeugung, dass mit großem Einsatz eine flächendeckende Hagelabwehr angestrebt werden muss", so Emil Müller.
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