Prüfanlagen zur Bestimmung des Hagelwiderstands
Um Hagelschlag und Aufprallenergie simulieren zu können, hat man u.a. in der Schweiz, in Deutschland und in den USA eine sogenannte Hagelprüfanlage entwickelt, die es erlaubt, künstlichen Hagel in Form von Eiskugeln auf vorgesehene Materialien zu schießen. Das Hagel Informationszentrum hat sich eine dieser Prüfanlagen vor Ort angeschaut und getestet.
Hagelsimulation
Der Trend ist eindeutig. Die Anzahl der Hagelschäden hat deutlich zu genommen und wird auch in Zukunft weiter ansteigen. Es zählt nicht nur die Tatsache das die großen und intensiven Hagelstürme häufiger auftreten, sondern vor allem das die Ausdehnung der Siedlungs- und Industriegebiete einen starken Zuwachs verzeichnen. Schneller und schöner soll gebaut werden. Leider werden dabei oft Hagel empfindliche Materialien eingesetzt. Schweizer Versicherungen schlagen nun Alarm und reagieren mit einem ersten Hagelschutzregister.
Bauteile werden mit einer sogenannten Hagelkanone (engl. hail gun) beschossen und anschließend in fünf verschiedene Hagelwiderstandsklassen eingestuft. Die Klassen stehen in Beziehung zur Hagelkorngröße zwischen einem und fünf Zentimeter im Durchmesser (HW 1 bis HW 5). Die EMPA in der Schweiz und die Universität Saarbrücken in Deutschland haben dazu eine Laborprüfanlage entwickelt. In den USA wurde zusätzlich eine mobile Hagelkanone gebaut, die es erlaubt, Materialien vor Ort zu testen, ohne diese in ein Labor nachzustellen.
Während man in der Schweiz und in den USA vor allem Produkttests vorsieht, entwickelte die Universität Saarbrücken eine Hagelkanone als Laborprüfgerät u.a. zur Kalibrierung eines Hagelsensors. Dieser Hagelsensor misst Hageleinschläge auf einer Plexiglasplatte und wertet diese nach Anzahl und Stärke aus.
In den Anfangsjahren wurden PVC, Kunststoffkugeln oder auch Kugeln aus Holz verwendet. Heute ist man in der Lage, künstliche und naturgetreue Eiskugeln herzustellen. Eine Studie aus der Schweiz zeigt, dass eine Eistemperatur von etwa minus 20 Grad nötig ist, um eine realistische Aufprallenergie zu erreichen. Diese kann anhand des Hageldurchmessers (Volumen) und der theoretischen Fallgeschwindigkeit berechnet werden. Eine ausführliche Gegenüberstellung gibt es in der Hagel-Intensitätsskala des Hagel Informationszentrums.
Bei der Fachmesse für integrales Risikomanagement Geoprotecta, stellte die Firma Egli Engineering und die Kantonale Gebäudeversicherung die amerikanische, mobile Hagelkanone vor. Auch wir waren vor Ort und haben uns diese genauer angeschaut.
Hinweis: Das Fachzentrum für Hagelsicherheit bietet Hageltests und Hagelprüfungen an. Informationen unter www.hagelsicherheit.de
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