Wie entstehen Hagelkörner?

Die genauen Prozesse und komplexen Zusammenhänge der Hagelentstehung sind bis heute nicht vollständig verstanden. Trotzdem haben sich in den letzten Jahrzehnten intensiver Forschung mehrere Theorien durchgesetzt und man kennt die Bedingungen für die Entstehung von Hagel innerhalb eines Gewitters.
Die Entstehung von Hagel

Hagelkörner entstehen innerhalb von Gewitterzellen durch unterkühltes Wasser, das an Kristallisationskernen, bzw. Gefrierkernen zu Eis gefriert. Durch starke Aufwinde in den Gewitterwolken werden die kleinen Eiskörnchen in hohe Luftschichten getragen. Dabei treffen sie auf weitere, unterkühlte Wassertropfen die sofort anfrieren.

Nach und nach entstehen somit Hagelkörner, die so lange nach oben oder in der Schwebe getragen werden, bis sie zu schwer sind und zu Boden fallen. Auch beim Fall aus großen Höhen wachsen die Hagelkörner weiter an. Dabei treffen sie erneut auf unterkühltes Wasser und kollidieren mit weitere Hagelkörnern. Auch das Zusammenschmelzen zu einzelnen großen Eisklumpen ist möglich. Fällt ein Hagelkorn erneut in einen starken Aufwind derselben oder einer benachbarten Gewitterzelle, kann der Prozess (vergl. Karussell) sich wiederholen. Große Hagelkörner entstehen.

Die oft deutlich erkennbaren Hagelringe oder auch Anlagerungsschichten genannt, deuten auf die unterschiedlichen Temperatur- und Feuchteumgebungen innerhalb eines Gewitters hin. Die klaren Schichten entstehen in einer sehr wasserreichen und relativ warmen (-5 bis -20 C) Umgebung mit dementsprechend schnellem Gefrieren, während die trüben, weisslichen Bereiche auf niedrigere Wassergehalte und kältere (-20 bis -50 C) Umgebungen zurückgehen. Die Trübung selbst wird dabei durch unzählige kleine Lufteinschlüsse hervorgerufen.

Ist das Hagelkorn letztendlich zu schwer und sinkt aus dem Aufwindbereich ab, fällt es zu Boden. Kleinere Hagelkörner schmelzen auf dem Weg zur Erde hin meist vollständig ab und erreichen den Boden als Regentropfen.

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